Generationen von Eynattener Kindergartenkindern können sich ihren Kindergarten nicht ohne sie vorstellen. Und doch tritt Patricia „Patty“ Timmermann nach 41 Dienstjahren ihren wohlverdienten Ruhestand an.
Eine Sonnliege, zwei junge Weinpflanzen sowie eine Gießkanne mit dem Spruch „Wer Liebe säht, wird Freude ernten.“ Fräulein Patty wurde zu ihrem Abschied reich beschenkt. Die Präsente sollten den Blick voraus werfen: Entspannung, Freude an der Natur und Zeit für sich und ihre Lieben wünschten die Eynattener Kinder, das Kollegium und der Elternrat zum Abschied. Doch dass ihr Ruhestand noch viele andere Dinge bereithalten wird, lässt sich schon jetzt mit Sicherheit sagen. Denn wer noch nie von „Fräulein Patty“ gehört hatte und nichts von ihr wusste, hatte bei ihrer Verabschiedung am vergangene Woche Gelegenheit, einige der vielen Facetten der Kindergärtnerin kennenzulernen.
Eigentlich wollte sich Patty am Mittwoch von den Kindern und vom Kollegium verabschieden. Doch diese drehten den Spieß kurzerhand herum und boten Patty einen Abschied, der ihr auf den Leib geschneidert war. Laktritzschneckenwettessen, ein Schildkrötenparcours, ein Quiz mit Pattys liebsten Kinderliedern, vorgetragen von ihren ehemaligen Kindergartenkindern, die Schlüsselbundsuche im Taschenberg und der Besuch der Küken. Ordnung schaffen im Bügelperlen-Chaos, ein Zeichenquiz, gesundes Frühstück, eine Lauschübung und eine Gymnastik-Einheit. Die Überraschungen für Patty waren unheimlich vielseitig und spiegelten doch nur einen kleinen Teil ihrer unzähligen Ideen, Talente und Vorlieben wider. In jeder Klasse von den Kleinsten im Kindergarten bis zu den Größten der Primarschule merkte man, dass Patty durch ihre liebevolle Art nicht nur Spuren in den Köpfen, sondern auch in den Herzen der Kinder hinterlassen hat. „Hier haben wir einen großen Teil unseres Lebens verbracht“, sagten auch ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, die sie zum Anlass ihres Abschieds ebenfalls vor Ort überraschten.
Und auch am Mittwochmorgen gelang es Patty, ein Leuchten in unzählige Kinderaugen zu zaubern. Denn zum Zweck ihres Abschieds hatte sich die angehende Pensionärin etwas ganz Besonderes ausgedacht: Ihre Schildkröte hatte Eier gelegt und sich verletzt. Nun schaffte sie es nicht, sich um all ihre mittlerweile geschlüpften Babys zu kümmern. Und weil das auch Patty zu viel Arbeit ist, bat sie die Kinder um Unterstützung. „Meint ihr, ihr schafft das?“, fragte sie jede Gruppe mit flehendem Blick. Und jedes Mal erklang ein selbstbewusstes „Ja!“ aus den zahlreichen Kindermündern. Dann offenbarte sie die Überraschung, die gleich unter der verletzten Schildkröte lauerte: 300 selbstgehäkelte Schildkrötenbabys, jedes ein Einzelstück, jedes ein Zeichen von Pattys Liebe für die Kinder und ihren Beruf im Kindergarten. „Diese habe ich zu Hause auf dem Sofa gehäkelt. Da war ich bei meinem Freund Gerd. Und die habe ich im Urlaub auf Teneriffa gemacht.“, erinnerte sie sich. Angefangen habe sie übrigens im Mai. „Im Mai 2025! Fertig war ich aber schon im Januar.“
Und so hatte sie auch zum Abschied mal wieder Liebe gesät und unheimlich viele herzliche Worte, aufrichtige Freude und liebevolle Umarmungen geerntet. Doch es soll kein Abschied für immer sein, versprach sie. „Ich komme euch besuchen. Dann spiele ich euch nochmal den Kasperle vor.“ Ein wenig Liebe wird sie also auch während ihres verdienten Ruhestands säen.
Wir alle, liebe Patty, wünschen dir von Herzen, dass die vielen Wünsche, Ideen und Vorhaben, die du bislang zugunsten des Kindergartens nicht verfolgt hast, nun in den Mittelpunkt rücken. Mögen sie und die Menschen, die du liebst, dein Kompass auf dem Weg zu neuen Ufern sein.








































































































